Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt seit MOEL-8

Dortmund | 29.08.2011

Arbeitsvertrag, Quelle: Fotolia
Arbeitsvertrag, Quelle: Fotolia

Die Bundesagentur für Arbeit kann erstmals genaue Angaben machen, wie sich der Arbeitsmarkt durch die Arbeitnehmer-Freizügigkeit der MOEL-8 entwickelt.

Für acht neuen EU-Mitgliedstaaten aus dem Jahr 2004 gilt seit dem 1. Mai 2011 die uneingeschränkte Arbeitnehmer-Freizügigkeit. Nun ist eine erste Einschätzung darüber möglich, wie sich die neue Arbeitnehmer-Freizügigkeit auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt hat. Angaben zur Beschäftigung liegen bis zum 31. Mai 2011 vor. Die Daten sind noch vorläufig und wurden auf Basis von Ergebnissen mit 2-monatiger Wartezeit hochgerechnet.

24.000 Beschäftigte mehr

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig und ausschließlich geringfügig Beschäftigten aus den acht neuen Mitgliedstaaten hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Im April 2011 waren 226.000 aus diesen Ländern in Deutschland registriert. Von April auf Mai hat ihre Beschäftigung um 33.000 auf 259.000 zugenommen. Ein gewisser Anstieg von April auf Mai ist jahreszeitlich üblich. Das ergibt für Mai einen Zuwachs von 24.000 Beschäftigten, der der uneingeschränkten Arbeitnehmer-Freizügigkeit zugerechnet werden kann. Der Anteil der Beschäftigten aus den acht neuen Mitgliedsstaaten an allen Beschäftigten belief sich damit im Mai auf 0,8 Prozent.

Mehr Beschäftigte als Zugezogene

Dieser Anstieg der Beschäftigten aus den EU-Staaten fällt deutlich höher aus als die Zahl der Zuzüge aus den Mitgliedsstaaten (10.235). Auch der Saldo aus Zu- und Fortzügen im Monat Mai (8.027 Personen) ist geringer. Dies spricht dafür, dass der Anstieg der sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigten nur zum kleineren Teil durch Zuwanderung erfolgt ist. Zum größeren Teil dürften diese Personen bereits in Deutschland gelebt haben. Außerdem ist wahrscheinlich, dass sie nicht erwerbstätig oder als Selbständige tätig gewesen sind.

Zustrom hält sich in Grenzen

„Nach wie vor hält sich der Zustrom osteuropäischer Arbeitskräfte in Grenzen. Die neuesten Daten bestätigen Interesse in gewissen Branchen. Vor allem in die traditionellen wie Land- und Forstwirtschaft, Baugewerbe oder der verarbeitenden Industrie. Sie stellen keine nennenswerte Konkurrenz für heimische Arbeitslose dar“, sagte BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker. Aufgrund der uneingeschränkten Arbeitnehmer-Freizügigkeit ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um 15.000 gestiegen. Auch die geringfügige Beschäftigung stieg um 9.000. Der bundesweite Anstieg entfällt zu 85 Prozent auf Westdeutschland. Den absolut stärksten Anstieg gab es in Bayern (+4.700), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (+4.500) und Niedersachsen (+3.600).

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